Liquid Content: Was KI-Lösungen für Medienhäuser bedeuten

Isometrische Netzwerkkarte: Ein zentrales Archiv verteilt Inhalte über Kanäle und beantwortet Nutzerfragen

Liquid Content, also jour­na­lis­ti­sche Inhalte, die auf Nutzerfragen direkt antwor­ten, stand beim kress Innovation Day am 8. Oktober 2026 auf dem Programm. Bereits Ende September hat kress pro unter dem Titel »22 KI-Lösungen, die Medien besser machen« zusam­men­ge­tra­gen, wie Häuser im deutsch­spra­chi­gen Raum KI bereits einset­zen. Für Verlage stellt sich daraus eine prak­ti­sche Frage: Sind Ihre Inhalte und Systeme darauf vorbe­rei­tet?

Was bedeutet das konkret?

Beide Meldungen zeigen die Richtung: KI wird nicht nur zum Schreibwerkzeug, sondern zur Schicht zwischen Archiv und Leser. Aus unse­rer Sicht hat das Folgen für Ihre Systemlandschaft:

  • Archive werden zur Datenbasis. Laut kress-Ankündigung wollte Retresco zeigen, wie Medienhäuser Informationshubs aus Artikeln, Archiven und exter­nen Datenquellen entwi­ckeln können. Das setzt voraus, dass Texte, Metadaten und Rechte sauber zugäng­lich sind.
  • Ein Inhalt, mehrere Ausspielungen. Das Beispiel »Stadtagent« des »Kölner Stadt-Anzeiger« zeigt das Prinzip: Ein Lokal-Aufmacher kann in verän­der­ter Form auf express.de oder als Anreißer im Newsletter erschei­nen.
  • Redaktionssystem und Asset-Management werden Schnittstellen. Wer Inhalte kanal­ge­recht und auto­ma­ti­siert weiter­ver­wen­den will, braucht verläss­li­che APIs und struk­tu­rierte Inhalte.

Hintergrund: Liquid Content und die 22 Lösungen

Der kress Innovation Day 2026 fand am 8. Oktober von 9:30 bis 12:30 Uhr online statt, Motto: »KI in der Medienbranche: Wie Publisher Inhalte neu denken«. Retresco-CEO Johannes Sommer kündigte laut kress den Case »Die Transformation jour­na­lis­ti­scher Inhalte zu inter­ak­ti­ven Interfaces« an. Angekündigt war, dass agen­ti­sche KI aus jour­na­lis­ti­schen Texten Angebote macht, mit denen Nutzer in einen Dialog treten können. In Aussicht gestellt werden Antworten auf konkrete Fragen, eine Aufbereitung je Kanal sowie zusätz­li­che Reichweite, Interaktion und Erlösmöglichkeiten. Das ist die Darstellung des Anbieters und der Ankündigung. Was im Vortrag tatsäch­lich gezeigt wurde, geht aus unse­ren Quellen nicht hervor.

Die Titelgeschichte von kress pro 2026#07 reicht nach Angaben von kress von auto­ma­ti­sier­ten Recherchen in Datenquellen bis zu Ansätzen in der Vermarktung. Genannt werden Verantwortliche unter ande­rem von Funke, Ringier Medien Schweiz, CH Media, BurdaForward, Heise Medien, dem Bayerischen Rundfunk, der »Süddeutschen Zeitung«, der Rheinischen Post und Focus online. Frei zugäng­lich ist nur ein kurzer Auszug, die Details der einzel­nen Lösungen liegen uns daher nicht vor.

Der Berater Christoph Mayer wird in einem weite­ren kress-Beitrag mit dem Satz zitiert: »Die besten KI-Anwendungsfälle entste­hen tief im Tagesgeschäft.« Laut Anreißer erläu­tert Mayer dort auch, warum Abwarten keine gute Idee sei. Die Begründung kennen wir nicht.

Unsere Empfehlung

Statt auf das Schlagwort Liquid Content zu reagie­ren, soll­ten Sie Ihre Voraussetzungen prüfen:

  1. Bestandsaufnahme: Wo liegen Artikel, Archive und Bilder, in welcher Struktur, mit welchen Metadaten und welchen Nutzungsrechten?
  2. Ein konkre­ter Anwendungsfall: Wählen Sie einen Prozess aus dem Redaktionsalltag, etwa die Mehrfachverwertung loka­ler Inhalte, und messen Sie den Aufwand vorher und nach­her.
  3. Schnittstellen: Klären Sie, ob Redaktionssystem und Asset-Verwaltung Inhalte per API zuver­läs­sig bereit­stel­len.
  4. Redaktionelle Kontrolle: Legen Sie fest, wer KI-gene­rierte Antworten oder Umformungen frei­gibt, bevor sie veröf­fent­licht werden.
  5. Anbieterangaben prüfen: Demos und Ankündigungen sind Herstellerperspektive. Lassen Sie sich Referenzen und Grenzen der Lösung zeigen.

So unter­stützt aaroon

Wenn Sie KI-Automatisierung rund um WoodWing Studio und WoodWing Assets prüfen, finden Sie unse­ren Ansatz unter ao.Services. Weitere Informationen für Redaktionen und Verlagshäuser bietet unsere Verlage-Seite.

Ob Liquid Content für Ihr Haus lohnt, hängt weni­ger vom Werkzeug ab als von der Qualität und Erreichbarkeit Ihrer Inhalte.

Quellen

Wie können wir Sie unter­stüt­zen?

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Lassen Sie uns gemein­sam prüfen, wo in Ihren Kommunikations‑, Marketing- oder Unternehmensprozessen konkrete Effizienzpotenziale liegen.

– Henning Bartens, Co-CEO


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