Motor Presse: Digitalvermarktung in Eigenregie ab 2027

Isometrische Netzwerk-Karte mit leuchtenden Knoten zur Digitalvermarktung in Eigenregie bei Verlagen

Die Motor Presse Stuttgart über­nimmt ihre Digitalvermarktung in Eigenregie und been­det zum 31. Dezember 2026 die Zusammenarbeit mit Ströer Digital Media. Betroffen ist die digi­tale Direkt- und Private-Marketplace-Vermarktung. Für andere Verlage ist der Schritt ein Anlass, die eigene Vermarktungs- und Systemarchitektur zu prüfen.

Was bedeutet das konkret?

Zunächst betrifft die Entscheidung vor allem Agenturen und Werbekunden der Motor Presse. Für die digi­tale Direkt- und Private-Marketplace-Vermarktung ist künf­tig der Verlag selbst ihr Ansprechpartner, nicht mehr Ströer Digital Media. Für andere Verlage stellt sich aus unse­rer Sicht die Frage, wie eng Vermarktung und Redaktions- oder Produktionssysteme im eige­nen Haus verbun­den sind.

Aus unse­rer Sicht erge­ben sich bei einem solchen Schritt typi­scher­weise diese Fragen (unsere Einordnung, keine Angabe der Motor Presse):

  • Welche Daten zu Inhalten, Reichweite und Platzierungen müssen dem Vertrieb direkt zur Verfügung stehen?
  • Wie sind Redaktionssystem, Adtech-Komponenten und Reporting verbun­den, und wo entste­hen Medienbrüche?
  • Wie werden Inhalte so ausge­zeich­net, dass inte­grierte Werbeumfelder verläss­lich geplant werden können?
  • Welche Zuständigkeiten gehen vom exter­nen Vermarkter auf das eigene Haus über?

Hintergrund: Digitalvermarktung in Eigenregie bei der Motor Presse

Laut einer Mitteilung des Verlags, über die kress am 12. Oktober 2026 berich­tete, will sich die Motor Presse künf­tig als »Qualitäts- und Vollvermarkter« aufstel­len. Neben Print und Events soll dann auch die digi­tale Vermarktung aus einer Hand kommen. Die Kooperation mit dem Adtech-Spezialisten Symplr baut der Verlag dage­gen aus. Welche Leistungen genau dazu­ge­hö­ren, nennt die Quelle nicht.

Den Schritt begrün­det Markus Eiberger, Board Member und Geschäftsleiter der Motor-Presse-Vermarktung, mit mehr Unabhängigkeit und größe­rer Nähe zu den Kunden.

Mit dieser zukunfts­ori­en­tier­ten Weichenstellung stär­ken wir unsere unter­neh­me­ri­sche Unabhängigkeit, inten­si­vie­ren die Nähe zu unse­ren Ansprechpartnern und rücken die Bedürfnisse unse­rer Werbekunden noch mehr in den Mittelpunkt

Markus Eiberger, Board Member und Geschäftsleiter der Motor-Presse-Vermarktung – Motor Presse trennt sich von Ströer und macht Digital-Vermarktung in Eigenregie, 12.10.2026

Noch im laufen­den vier­ten Quartal 2026 will der Verlag nach eige­nen Angaben eine »Digital-Offensive« star­ten. Dazu gehö­ren teil­weise KI-gestützte und reich­wei­ten­starke Werbeformate, ein Ausbau der Social-Media-Strategie und neue inte­grierte Werbeumfelder. Die Vermarktungsorganisation soll in den Bereichen Agency Sales und Digital Key Account wach­sen. Offen zeigt sich die Motor Presse außer­dem für Partnerschaften und die Vermarktung exter­ner Mandate.

Das Portfolio umfasst laut Mitteilung Werbeumfelder in Automotive, Motorrad, Outdoor und Camping sowie Fashion, Luxury, Lifestyle, Health, Sport und Tourismus.

Unsere Empfehlung

Ob Sie selbst über eine Eigenvermarktung nach­den­ken oder nicht: Prüfen Sie, wie abhän­gig Ihre digi­tale Vermarktung von der Datenlage und den Schnittstellen eines exter­nen Partners ist. Ein Wechsel des Vermarkters oder ein Insourcing gelingt leich­ter, wenn Inhalte, Metadaten und Reichweitendaten sauber struk­tu­riert vorlie­gen und Systeme über doku­men­tierte Schnittstellen verbun­den sind.

  • Erfassen Sie, welche Systeme heute Daten an Vermarkter oder Adtech-Dienstleister liefern.
  • Klären Sie, welche Inhalte und Kategorien für Werbeumfelder genutzt werden und wo die Auszeichnung noch manu­ell erfolgt.
  • Planen Sie bei Partnerwechseln ausrei­chend Vorlauf für Datenübergaben, Schnittstellen und Vertragsfragen ein.

Offen bleibt, wie die Motor Presse die tech­ni­sche Seite umsetzt. Dazu macht die Quelle keine Angaben, Rückschlüsse auf ihre Systeme sind deshalb nicht möglich.

So unter­stützt aaroon

Mehr zur Systemlandschaft im Verlag und zu Redaktions- und Produktionsprozessen lesen Sie auf unse­rer Seite für Verlage. Wie wir bei der Auswahl passen­der Systeme bera­ten, beschreibt das Projekt zur Systemauswahl für Verlage.

Quellen

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– Henning Bartens, Co-CEO


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