
Henkel setzt KI im Marketing nicht als Einzeltool ein, sondern entlang der gesamten Content Supply Chain. Laut W&V läuft das KI-Ökosystem aus mehreren Agenten inzwischen produktiv in mehreren Märkten. Für Unternehmen und Medienagenturen ist das ein guter Anlass, die eigene Prozesskette zu prüfen.
Was bedeutet das konkret?
Die Meldung ist weniger eine Produktnachricht als ein Hinweis darauf, wie ein Konzern KI-Einführung organisiert. Für Ihre Projekte lassen sich daraus vier Punkte ableiten:
- Prozess vor Tool: Nach dem Bericht ging es von Beginn an um die ganze Kette, von der Konzeptphase über das Agentur-Ökosystem bis zur technischen Umsetzung. Ein einzelnes Werkzeug stand nicht im Mittelpunkt.
- Mehrere spezialisierte Agenten: Genannt werden ein Markenagent, ein Briefing- und Content-Agent sowie ein Agent für Content-Optimierung. Die Aufteilung nach Aufgaben legt nahe, dass KI an mehreren Stationen des Prozesses ansetzt.
- Agenturen sind Teil der Rechnung: Die Neuausrichtung des Agentur-Ökosystems gehörte laut W&V zum Vorhaben. Für Medienagenturen heißt das, dass sich Schnittstellen und Rollen zum Auftraggeber verändern können.
- Produktivbetrieb statt Pilot: Das System läuft nach dem Bericht in mehreren Märkten.
Hintergrund: KI im Marketing bei Henkel
Die Fachzeitschrift Werben & Verkaufen (W&V) porträtiert in ihrer Reihe »AI Leaders 2026« Matthias Hanschke, Global Head of Marketing Transformation – Digital Strategy & MarTech bei der Henkel AG & Co. KGaA. Er gehört zu den W&V AI Leaders 2026. Vor gut zwei Jahren hat er begonnen, die weltweite Content- und MarTech-Infrastruktur des Konzerns neu aufzustellen. Der Beitrag von Jochen G. Fuchs erschien am 8. Oktober 2026.
Wichtig für die Einordnung: Die Quelle ist nur teilweise frei zugänglich. Die frei lesbare Passage nennt keine Angaben zu eingesetzten Modellen, Systemen, konkreten Märkten, Einsparungen oder Qualitätssicherung. Aussagen dazu wären Spekulation, deshalb treffen wir sie nicht. Belegt ist die Grundarchitektur: mehrere Agenten, eingebettet in eine neu gedachte Lieferkette für Inhalte.
Auch was die einzelnen Agenten im Detail leisten, geht aus der Quelle nicht hervor. Die Bezeichnungen legen eine Arbeitsteilung entlang von Marke, Briefing, Erstellung und Optimierung nahe. Mehr als diese Namen und die Gesamtbeschreibung lässt sich daraus nicht ableiten.
Unsere Empfehlung
Der Fall zeigt eine Vorgehensweise, die sich auch im Mittelstand und in Verlagen und Agenturen nutzen lässt, unabhängig von der Konzerngröße. Prüfen Sie vor der Tool-Auswahl diese Fragen:
- Wo entstehen Wartezeiten und Medienbrüche? Kartieren Sie die Kette vom Briefing bis zur Veröffentlichung. KI-Agenten lohnen sich dort, wo wiederkehrende Übergaben anfallen.
- Ist Ihr Markenwissen maschinenlesbar? Ein Agent, der die Marke kennen soll, braucht verlässliche, gepflegte Grundlagen. Prüfen Sie, wo Richtlinien, Tonalität und Freigabekriterien heute liegen.
- Wie fügen sich Agenten in die Systemlandschaft ein? Redaktionssystem, Asset-Management und Freigabeprozesse sollten angebunden sein. Insellösungen verlagern die Medienbrüche nur.
- Welche Rolle behalten Agenturen und Dienstleister? Klären Sie Aufgaben und Verantwortung früh, auch für die Qualitätskontrolle.
Übertragen Sie den Henkel-Ansatz nicht eins zu eins. Welche Ergebnisse dort erzielt werden, ist aus der Quelle nicht ersichtlich. Starten Sie lieber mit einem klar umrissenen Teilprozess und erweitern Sie schrittweise.
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Quellen
- »Keiner baut die Bühne«: Wie Matthias Hanschke Henkels Marketing auf KI trimmt, Werben & Verkaufen (W&V), 08.10.2026: https://www.wuv.de/themen/ki-tech/keiner-baut-die-buehne-wie-matthias-hanschke-henkels-marketing-auf-ki-trimmt